Blog
Wer allein trauert gefährdet seine Gesundheit
Es gibt kaum etwas, das so weh tut wie der Verlust eines geliebten Menschen. Dieser Schmerz ist einzigartig, und er kann alles andere überlagern. Doch passen Sie gut auf sich auf! Trauer bedeutet nicht nur seelische, sondern auch körperliche Belastung. Stress, Schock und all diese intensiven Gefühle können Ihr Immunsystem schwächen, den Schlaf stören und Ihnen die Kraft rauben. Besonders dann, wenn Sie alles in sich hineinfressen und sich von anderen abkapseln. Darum: Reden hilft. Sprechen Sie über das, was Sie bewegt. Mit Freunden, Familie oder jemandem, der einfach zuhört. Geteilte Trauer verliert nichts von ihrer Tiefe, aber sie wird ein kleines Stück leichter zu tragen.
Allein trauern macht krank. Gemeinsam trauern tut gut.
Wer allein trauert, trägt eine schwere Last, die fast erdrücken kann. Manchmal macht sie sogar krank. Doch wenn wir gemeinsam trauern, passiert etwas anderes. Dann wird es ein Stück leichter. Weil Nähe entsteht. Weil wir spüren: Wir sind nicht allein.
Und das war schon immer so. Seit Jahrtausenden suchen Menschen die Gemeinschaft, wenn jemand stirbt. Schon in alten Schriften, ja, sogar in der Bibel, lesen wir, wie ganze Städte zusammenkamen. Sie weinten miteinander, sie klagten gemeinsam, sie hielten sich gegenseitig fest.
Auch bei uns hat diese Tradition ihren festen Platz. Wir nennen es Kondolenzbesuch. Freunde, Verwandte, Nachbarn - alle finden sich im Trauerhaus ein. Manche bringen ein paar tröstende Worte mit, andere nur eine stille Umarmung. Manche sitzen einfach nur schweigend da. Und fast immer fließen neben Tränen auch die Erinnerungen. Geschichten, die plötzlich wieder lebendig werden. Augenblicke, die man gemeinsam noch einmal durchlebt.
Es stimmt wirklich: Geteiltes Leid ist halbes Leid.
Früher war das der ganz normale Weg. Jemand starb. Eine Todesanzeige erschien in der Zeitung. Menschen kamen, um zu kondolieren. Es gab eine Trauerfeier, eine Beerdigung, irgendwann wurde ein Grabstein gesetzt als ein sichtbares Zeichen, dass hier ein Leben Spuren hinterlassen hat.
Und dann? Dann wandern die Erinnerungen und Fotos in Alben - und die kleinen Andenken in Schubladen, Schmuckkästchen oder Schuhkartons. Dinge, die man hütet wie kleine Schätze, Dinge, die man oft im stillen Kämmerlein verborgen hält. Nur selten holt man sie hervor - vielleicht mal an Weihnachten, vielleicht bei einer großen Familienfeier. Oder an einem stillen Abend, wenn das Herz plötzlich danach verlangt.
“Der Tod hinterlässt einen Schmerz, den niemand heilen kann. Die Liebe hinterlässt eine Erinnerung, die niemand stehlen kann.”
(Unbekannt)
Scheuen Sie sich nicht, um Hilfe zu bitten.
Sprechen Sie mit Freunden oder Verwandten darüber, wie es Ihnen gerade geht. Manchmal reicht schon ein offenes Ohr, ein stilles Zuhören, ein gemeinsames Schweigen.
Und wenn Sie merken, dass die Last zu groß wird: Zögern Sie nicht, professionelle Unterstützung in Anspruch zu nehmen. Ein Trauertherapeut kann Wege aufzeigen, die Sie vielleicht selbst noch nicht sehen.
Oder schließen Sie sich einer Selbsthilfegruppe an. Dort begegnen Sie Menschen, die Ähnliches erlebt haben. Menschen, die verstehen, ohne dass Sie viel erklären müssen. Manchmal tut es einfach gut, zu merken: Ich bin nicht allein mit meinem Schmerz.
Achten Sie gut auf sich selbst!
Wenn ein geliebter Mensch stirbt, rückt das eigene Wohlbefinden schnell in den Hintergrund. Man funktioniert irgendwie, vergisst zu essen, schläft unruhig, alles dreht sich nur noch um den Verlust.
Doch gerade jetzt braucht auch Ihr Körper Zuwendung. Denn Trauer ist nicht nur ein Gefühl, sie fordert den ganzen Menschen. Stress, Schock, all die intensiven Emotionen. Das alles kann das Immunsystem schwächen, den Schlaf rauben und die Kräfte aufzehren.
Gönnen Sie sich daher kleine Pausen. Atmen Sie durch. Essen Sie etwas, das Ihnen guttut. Ruhen Sie sich aus, so gut es eben geht. Ihre Gesundheit ist jetzt wichtig, sie trägt Sie durch diese schwere Zeit.
Trauern macht krank, wenn Sie nichts dagegen tun.
Wenn Sie sich selbst vergessen, kann Trauer noch schwerer werden. Manchmal zieht sie sich dann endlos hin. Das Risiko für Depressionen steigt. Und irgendwann fehlt Ihnen vielleicht sogar die Kraft, Kindern oder anderen nahestehenden Menschen Halt zu geben.
Doch es gibt einfache Dinge, die Ihnen helfen können, Ihr Gleichgewicht in dieser schweren Zeit zu bewahren.
Bewegen Sie sich!
Sport ist wahrscheinlich das Letzte, worauf Sie jetzt Lust haben. Und doch wirkt er wie ein kleines Gegengewicht zum Schmerz. Bewegung baut Stress ab, macht den Kopf frei und hilft, nachts besser zu schlafen. Auch sanfte Dinge wie Yoga, Atemübungen oder Meditation können sehr wohltuend sein.
Gehen Sie raus in die Natur!
Die Natur hat eine besondere Kraft. Ein Spaziergang im Wald, frische Luft im Park, ein bisschen Gartenarbeit, all das kann trösten und beruhigen. Oft reicht schon ein kurzer Moment im Grünen, um wieder etwas leichter zu atmen.
Tun Sie, was Ihnen guttut!
Vielleicht ein Hobby, das Sie schon lange begleitet. Oder etwas Neues, das Freude bringt. Solche Aktivitäten geben Struktur, schaffen eine kleine Routine und öffnen Türen, um mit anderen in Kontakt zu kommen.
Essen und Schlafen nicht vergessen!
Ihr Körper braucht jetzt besonders viel Kraft. Achten Sie auf regelmäßige Mahlzeiten, trinken Sie genug Wasser. Und versuchen Sie, sich ausreichend Schlaf zu gönnen. Wenn es mit dem Einschlafen gar nicht klappt, können kleine Hilfen wie beruhigende Tees oder pflanzliche Mittel für eine Weile sinnvoll sein. Nur bitte nicht auf Dauer.
Vorsicht mit Alkohol und Drogen!
Es mag verlockend sein, den Schmerz einfach wegzudrücken, um Ihre Trauer zu betäuben und Ihren Schmerz zu lindern. Aber auf lange Sicht macht es die Trauer nur schwerer. Seien Sie liebevoll mit sich selbst! Suchen Sie gesündere Wege, Gefühle auszuhalten und langsam zu verarbeiten.
Was tun, wenn der Schmerz einfach nicht leichter wird?
Über den Verlust eines geliebten Menschen kommen viele von uns nie ganz hinweg. Und das ist auch normal. Trauer, Wut, Sehnsucht, all diese Gefühle brauchen Zeit. Mit der Zeit lassen sie oft nach, Stück für Stück. Wenn Sie beginnen, den Verlust zu akzeptieren und Ihr Leben nach und nach weiterzuführen, wird es irgendwann erträglicher.
Manchmal jedoch bleibt der Schmerz hartnäckig. Oder er wird sogar stärker. Dann kann das ein Zeichen dafür sein, dass die Trauer komplizierter wird, zum Beispiel in Form von schwerer, anhaltender Trauer oder sogar Depression. In so einem Fall ist es wichtig, sich Hilfe zu suchen. Sie müssen diesen Weg nicht allein gehen.
Gestalten Sie Ihre persönliche Gedenkseite noch zu Lebzeiten!
Erstellen Sie noch heute Ihre eigene Gedenkseite und gestalten Sie die Inhalte frei nach Ihren Wünschen. Schaffen Sie einen Ort des Trostes und der Erinnerung. Und bewahren Sie Ihre Lebensgeschichte für Angehörige, Freunde und nachfolgende Generationen über Ihren Tod hinaus.
Autor: Robert Junker